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Ersterscheinung: Jänner 2012

Schwendtage & Lostage

Lostage

Das "Orakel" des Wetters

Diese besonderen Tage gab es bereits in ganz früher Zeit – allerdings waren es ursprünglich nur 12 – nämlich die zwölf Raunächte.

 

Lostage waren im bäuerlichen Leben sehr wichtig, es waren „gute“ Tage, deren Datum von Generation zu Generation weitergegeben wurde, sie empfehlen bestimmte Tätigkeiten und/oder weisen auf kommende Ereignisse hin, wie z.B. einen Wetterumschwung.

Bis weit ins 19. Jhd, konnten die wenigsten Bauern lesen oder schreiben, deshalb war man auf mündliche Überlieferung der Ahnen angewiesen. Für die Landwirtschaft war natürlich das Wetter der wichtigste Faktor, deshalb stellte man „Bauernregeln“ auf, die man mit den Namenstagen von Heiligen kombinierte. Da früher das Jahr nicht in Tage, Wochen und Monate eingeteilt wurde, sondern von diversen Festtagen geprägt war, verknüpfte man die Wetterregeln mit ihnen und man konnte sie nicht vergessen. So wussten die Bauern, ob sie mit ihrer Aussaat beginnen konnten, bzw. wann sie welche Tätigkeiten zu erledigen hatten.

Im Laufe der Jahrhunderte kamen durch die Erfahrung vieler Generationen unzählige Lostage hinzu und deshalb stehen uns heute mehr als 100 im Jahr zur Verfügung um das Wetter zu deuten. Die Eisheiligen zwischen dem 11. und 15. Mai kennt vermutlich jeder oder zumindest diejenigen, die Pflanzen ins Freie stellen wollen. Sind nämlich Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia oder auch Sopherl, erstmal vorbei, so wird in der Nacht kein Frost mehr kommen und Balkon- oder Topfpflanzen dürfen endlich in die frische Luft. Auch wenn Manches vielleicht nicht mehr zutrifft, es lohnt sich trotzdem auf die alten Vorhersagen zu schauen, um der Natur und unseren Ursprüngen wieder ein bisschen näher zu kommen - außerdem sind einige der Bauernregeln wirklich amüsant.

  

Schwendtage

Unglückstag oder willkommene Energie zum Loslassen?
Schwendtage, verworfene Tage, Unglückstage, Tote Tage, schwarze Tage oder auch ägyptische Tage sind im Grunde nur verschiedene Bezeichnungen für besondere Tage im Jahr, an denen, laut Volksglaube, nichts Neues begonnen werden sollte. Es waren „schlechte“ Tage, an denen totales Chaos und großes Unglück herrschte. Von wem und wann diese Tage festgesetzt wurden, ist nicht bekannt und man ist sich auch nicht wirklich einig, welche Daten nun die richtigen sind. Angeblich kannten bereits die alten Römer diese Tage, aber auch hier ist man sich nicht ganz einig, woher sie stammen – die einen meinen sie kamen aus Ägypten und bezeichneten die Tage, an denen die Biblischen Plagen eintraten. Andere glauben, es handelt sich um Tage, an denen Fehlgeburten (durch Seuchen, Infektionen oder Vergiftungen) des Nutzviehs auftraten, die bei großem Viehverlust für den Bauern existenzbedrohend waren. Fest steht, dass die Menschen daran glaubten und sich nach Möglichkeit danach richteten. In den Bauernkalendern findet man die Schwendtage heute noch.

 

Wie schon erwähnt sollte man an einem Schwendtag nichts Neues beginnen, also keine Projekte starten, keine Verträge unterschreiben, allgemein keine Geschäftsabschlüsse tätigen, keine größeren Anschaffungen machen (könnte ein „Montagsauto“ werden), nicht heiraten, sich nicht verloben, nicht verreisen und keine Operationen durchführen lassen. Man sollte an diesen Tagen einfach das Schicksal nicht herausfordern.

 

Doch auch Schwendtage haben eine gute Seite, denn sie eignen sich für alle Tätigkeiten, bei denen etwas „verschwinden“ soll, wie z.B. Putzen, Reinigen, Sträucher und Bäume zurückschneiden, Rasen mähen, Unkraut jäten, Energetische Reinigung, Ausräuchern, Ausmisten, Haare schneiden, Haare entfernen, Pedküre, Maniküre, Loslassrituale…usw. Trennungen können auch besser vollzogen werden, egal ob man sich von Dingen oder Menschen trennt oder auch von alten Mustern, Abhängigkeiten (Süchten!) und Blockaden – es gelingt leichter, ist von Dauer und vor allem passiert es ohne großen Kummer.

 

Hier die Schwendtage, die üblicherweise bei uns gelten:

Januar: 2., 3., 4., 18.
Februar: 3., 6., 8., 16.
März: 13., 14., 15., 29.
April: 19.
Mai: 3., 10., 22., 25.
Juni: 17., 30.
Juli: 19., 22., 28.
August: 1., 17., 21., 22., 29.
September: 21., 22., 23., 24., 25., 26., 27., 28.
Oktober: 3., 6., 11.
November: 12.

 

Da kann man nur noch sagen „Carpe Diem – Nütze den Tag“.

 

Text: Sabine Miksu
 

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