LICHTBOTE :: INFO
Überarbeitet: Dezember 2013
Ersterscheinung: Dezember 2010

Die Raunächte - 12 heilige Nächte

Die Zeit zwischen der Zeit...
 

Wie wird das nächste Jahr verlaufen? Diese Frage stellen wir uns wohl jedes Jahr zu Silvester, weil gerade da unsere gesamte Energie auf’s kommenden Jahr gelenkt wird und wir uns zwischen guten Vorsätzen und einem Glaserl Sekt über die nächsten Monate Gedanken machen. Doch dieses Sinnieren über die Zukunft kommt nicht von ungefähr, es liegt uns im Blut und wenn wir uns das Brauchtum unserer Vorfahren anschauen, wissen wir warum.

 

Die Zeit zwischen der Zeit?

 

In ferner Vergangenheit richtete man sich nicht nach Sonnentagen, sondern nach dem Mond, da man seine Zyklen besser verfolgen konnte. Ein Mondmonat dauert im Schnitt 29,5 Tage > wenn wir nun 12 Mondzyklen zu 29,5 Tagen hernehmen, macht das 354 Tage. Da ein Sonnenjahr jedoch 365 Tage hat, fehlen uns nun 11 Tage. Nach keltischem Glauben befinden wir uns im Herbst und im Winter in der so genannten Jahresnacht, daher sprechen wir nicht von  "fehlenden" Tagen, sondern von 12 Nächten - die sich als Differenz zwischen Mond- und Sonnenkalender ergeben. Für unsere Vorfahren, war dies die Zeit außerhalb der Zeit - in der mystische Dinge geschehen und man die Möglichkeit hat, sich über die Zukunft ein Bild zu machen. Für unsere Vorfahren waren es heilige Nächte. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt. Und wie bei vielen keltischen Festen ist es auch hier so, dass die Kirche die heidnischen Bräuche so angepasst hat, damit sie auch weiterhin gefeiert werden durften.

 

Anzahl der Raunächte

Über den deutschsprachigen Raum verteilt werden teilweise nur zwei, drei oder vier Raunächte gefeiert, je nachdem in welchem Landkreis man sich befindet und inwieweit das alte Brauchtum erhalten geblieben ist. „Raunächt sand vier - zwoa foast und zwoa dürr.“ Mit diesem Spruch sind im alpinen Raum die Thomasnacht, die Heilige Nacht, die Silvesternacht und die Nacht vor Dreikönig gemeint. Die erste und die letzte Raunacht waren die "dürren" Nächte, was sich auf die Speisen bezieht, da an diesen Tagen kein üppiges Mahl erlaubt war.  

Eine Raunacht wird allerdings rund um den Globus gefeiert - Silvester - die Jahresnacht in der zumindest ein bisschen etwas von den alten Bräuchen zelebriert wird... Orakeln im Sinne von Bleigießen... das Böse mit Krach vertreiben ... das alte Jahr Revue passieren lassen ... das Neue begrüßen... gute Vorsätze... Feiern...

 

Zeitraum

Auch über den Beginn der 12 Raunächte gibt es verschiedene Auffassungen - für unsere frühen Vorfahren, die kein Weihnachtsfest kannten, war der 21. Dezember - also das Julfest, oder auch Wintersonnenwende - der Beginn der 12 Raunächte. Durch die Anpassung an das katholische Weihnachtsfest, starten die 12 Raunächte nun meist am Heiligen Abend, also in der Nacht vom 24. auf 25. Dezember. Die letzte Raunacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar. Diese Nacht ist die Perchten-Nacht, wo an manchen Orten in Österreich und auch Bayern Perchtenläufe abgehalten werden. Danach ist der Dreikönigstag - der 6. Jänner wird auch das Fest "Epiphanie" genannt – "Die Erscheinung des Herrn", die sichtbare Ankunft Christi als Kind in der Krippe - sozusagen die Wiedergeburt des Lichts in menschlicher Form.

 

Namensgebung

Die Bezeichnung der Raunächte, ob man sie nun mit stummen "h" oder auch ohne schreibt, ist ebenfalls umstritten. Die einen meinen, der Begriff leite sich vom Ausräuchern der Häuser und Ställe ab, die anderen glauben, dass die Bezeichnung auf das mittelhochdeutsche Wort rûch (haarig) zurückgeht, was auf die haarigen, wilden Dämonen hinweist, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben. Mancherorts werden die "Zwölf" auch Rauchnächte, Wolfsnächte oder auch Glöckelnächte genannt.

 

Zusammenhang mit der Natur

Der Beginn der Raunächte hängt mit der Wintersonnenwende eng zusammen, denn hier feiern wir die längste Nacht und den kürzesten Tag - ab da werden nun endlich die Tage wieder länger - es ist die große Umkehr, ein Wiederaufstieg des Lichts, denn die Dunkelheit ist gebannt. Alles was tot schien, wird jetzt wieder lebendig, denn auch wenn wir es der Natur noch nicht ansehen, nach der Wintersonnenwende beginnen die Blumenzwiebel und Samen in der Erde zu keimen, sie beginnen langsam zu erwachen und streben dem Licht entgegen.

 

Unsere Ahnen

Für unsere Vorfahren war es eine harte Zeit, der Winter begann und die Natur hatte nicht mehr viel Essbares zu bieten, man musste auf die Vorräte zurückgreifen und das Essen gut einteilen - man hoffte auf einen kurzen Winter und freute sich auf die längeren Tage, denn die bedeuteten Wärme, Licht und neues Wachstum. Da der Winter sehr mühsam war und eine Krankheit schnell auch den Tod bedeutete, war man sehr darauf bedacht alles richtig zu machen - die Geister und Götter milde zu stimmen und in vielen Ritualen, Zeremonien und Gebeten das Böse zu vertreiben und das Gute zu sich zu bitten.

Die Zeit außerhalb der Zeit war zum Beobachten da, damit man sich ein Bild vom nächsten Jahr machen konnte - alle waren sehr aufmerksam und vermieden achtsam jeglichen Fehltritt, der das nächste Jahr negativ beeinflussen konnte. Aus diesem Grund wurde auch nur das Notwendigste gearbeitet.

 

Die wilde Jagd

Unsere Vorfahren glaubten daran, dass in den Raunächten die Naturgesetze außer Kraft seien und die Tore zur "Anderswelt sich immer wieder öffneten. Aus diesem Grund konnte man mit seinen Ahnen leichter in Kontakt treten, wodurch Orakel und Weissagungen begünstigt wurden. Allerdings musste man sich auch sehr vor den herumwandernden bösen Geistern in Acht nehmen - zB. der Percht - um diese zu besänftigen stellte man in manchen Gebieten Milch und Brot vor die Tür. Vor allem um Silvester soll nach altem Volksglauben die "wilde Jagd" stattfinden, in der Geister, Dämonen, wilde Tiere und andere Seelen über den Himmel toben und ihr Unwesen treiben. Deshalb sollte man in der Nacht nicht aus dem Haus gehen, schon gar nicht die Kinder raus lassen und zum Schutz eine Kerze ins Fenster stellen. Im alpinen Raum schürten die tosenden Winterstürme die Angst vor den dunklen Wesen und verstärkten den Glauben an die wilde Jagd.  

Den Sieg über die bösen Mächte demonstrierten die Perchtenläufe, bei denen, durch Peitschenknallen, Böllerschießen und Glockenläuten, viel Lärm gemacht wurde, um das Böse zu vertreiben, damit man nicht von Krankheit oder Tod befallen wurde.

Um sein Haus, seine Familie und seine Tiere zu schützen, räucherte das Familienoberhaupt Haus, Stall und Hof mit Kräutern, sowie Weihrauch aus. Abschließend verteilte man Weihwasser in allen Räumen.

 

Die Raunächte heutzutage feiern

Der Zeitraum um Weihnachten ist heute leider meist von Hektik erfüllt und kaum einer ist sich der eigentlichen Bedeutung noch bewusst. Es sollte die Zeit der Stille, der inneren Einkehr und der Wiedergeburt des Lichtes sein - damit wir diese Zeitqualität für uns wieder finden, ist das achtsame Feiern der Raunächte wundervoll geeignet. In der Zeit zwischen der Zeit sollten wir uns auf das Wesentliche besinnen, die Arbeit niederlegen, nur das Notwendigste tun und sich mit sich selbst und seinen Lieben beschäftigen.

 

Wintersonnenwende - Julfest (21. Dezember) - Thomasnacht

Für die Kelten begannen die Raunächte bereits in der Nacht der Wintersonnenwende, für uns ist es der Beginn des Winters, der kürzeste Tag mit der längsten Nacht - ab jetzt wird die Energie des Lichtes wieder stärker. Wir feiern die Wiedergeburt der Sonne, das Feuerelement gewinnt ab nun wieder an Kraft. Heutzutage hat sich unser Julfest auf den 24. Dezember verschoben, wo wir durch die Geburt Jesu symbolisch die Geburt des neuen Lebens feiern. Die Dunkelheit ist gebannt, die Nächte werden kürzer und was tot und verloren schien, erwacht langsam wieder zu neuem Leben. Zur Wintersonnenwende kann man verschiedene Rituale durchführen, wir feiern das wiederkehrende Licht, die Fruchtbarkeit, gedenken aber auch der Ahnen. Das Fest gab unseren Vorfahren Kraft, Mut und Hoffnung, dass man die dunklen Tage gesund übersteht und die Natur bald wieder zu neuem Leben erwacht. Viele nutzten gerade das Julfest für Weissagungen und Rituale um die Zukunft in gute, neue Bahnen zu lenken.

 

Die 12 heiligen (Los)Nächte

Die Alten sahen jede einzelne Nacht für einen Monat des Jahres zum Deuten und Orakeln. Somit stand die erste Raunacht für den Januar, die zweite für den Februar und so fort. Sie beobachteten alles: das Wetter, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten wurde oder ob es friedlich zuging. Lief an diesem Tag alles glatt oder gab es Probleme, alles wurde genauestens beobachtet, auch das noch so Unwichtige, hatte nun eine Bedeutung. Und wer es verstand, der konnte den dazugehörigen Monat im Vorhinein deuten. Darum wurden die Raunächte vorsichtig und wachsam begangen, da sie das ganze kommende Jahr in sich bargen und jeder selbst dafür verantwortlich war, wie er die Weichen stellte.

 

Es gab so genannte Verwandlungstage, die dazu geeignet waren, negative Ereignisse wieder zu erlösen. Angenommen, man hatte die ersten drei Tage nur Streit, das Wetter war grauenvoll usw., dann hatte man am 28. Dezember, dem Tag der Kinder – und am 5. Jänner die Möglichkeit - alles wieder gut zu machen und aufzulösen. Dazu war es wichtig, sich die Ereignisse nochmal genau vorzustellen und dann in weißes oder violettes Licht zu tauchen, um es in etwas Positives zu verwandeln. In der letzten Nacht, dem 5. Januar, wurde das ganze Haus, die Ställe und mancherorts auch rund ums Grundstück herum ausgeräuchert.

 

Viele Bräuche unserer Vorfahren können wir in unsere Zeit übernehmen, wir müssen gar nicht viel tun - nur aufmerksam alles beobachten, auf unsere Träume achten, ein bisserl mitschreiben, orakeln... und was uns nicht gefallen hat, im Licht transformieren. Achtsamkeit ist in dieser "Unzeit" vorrangig und vor allem sollte man sich die Träume gut merken, da viele von ihnen wahr werden oder eine wichtige Botschaft bzw. Problemlösung enthalten. Manche Träume scheinen so real - nach dem Aufwachen kann man sich fast sicher sein, dass man  in dieser Nacht "Besuch" hatte...

Am Ende der 12. Rauhnacht sollten wir unser Zuhause gut ausräuchern, damit das neue Jahr einen guten Start hinlegen kann und alle alten Energien fort sind.

 

Kurze Übersicht - Beginn jeder Raunacht 0:00:

 

  • 25. Dezember = Jänner (die Basis - Grundlage)

  • 26. Dezember = Februar (innere Stimme, innere Führung, höheres Selbst)

  • 27. Dezember = März (Herzöffnung, Wunder zulassen)

  • 28. Dezember = April - Tag der unschuldigen Kinder (Auflösung von Blockierendem)

  • 29. Dezember = Mai (Freundschaft)

  • 30. Dezember = Juni (Bereinigung)

  • 31. Dezember = Juli (Vorbereitung auf das Kommende)

  • 1. Jänner = August (Geburt des neuen Jahres)

  • 2. Jänner = September (Segen, Weisheit)

  • 3. Jänner = Oktober (Verbindung, Visionen, Eingebungen)

  • 4. Jänner = November (Loslassen, Abschied nehmen)

  • 5. Jänner = Dezember (Reinigung, Transformation)

 

Am Dreikönigstag endet die Zeit außerhalb der Zeit, die Tore zur Anderswelt schließen sich und wir können ins neue Jahr starten. Als Abschlussritual kann man an diesem Tag die Ereignisse und Aufzeichnungen der letzten 12 Nächte durchgehen, sich für die Hinweise, sowie für die Führung bedanken und freudig in die nahe Zukunft blicken.

 

Man kann übrigens auch jede einzelne Raunacht auf die zwölf kommenden Monate aufteilen - dh. jeweils zwei Stunden des Tages stehen für ein Monat: 0.00 - 2.00 Uhr Jänner, 2.00 - 4.00 Uhr Februar, 4.00 - 6.00 Uhr März, usw...

 

 

Aberglaube

Es gibt viele Berichte zu Bräuchen, Aberglaube und Magischem in den Raunächten:

 

  • Keine Wäsche zum Trocknen aufhängen - schon gar keine Leintücher (verwandelte sich zum Leichentuch und bedeutete den Tod eines Familienmitglieds)

  • Aufräumen sollte man vor den Raunächten, damit die "Wilden" nicht von Dreck und Chaos angezogen wurden.

  • Alle Räder sollen stillstehen - es wurde nicht gewaschen, gesponnen oder gemahlen, da sich in dieser Zeit das Schicksalsrad dreht.

  • Kein Bettzeug im Freien auslüften, damit sich in ihm nicht die Wilden verfangen und Krankheit bringen.

  • Haare und Nägel schneiden bringt Unglück.

  • Keine Türen zuknallen, sonst muss man mit Unfrieden und Blitzeinschlägen rechnen.

  • Vor fremden Tieren in Acht nehmen, dahinter könnten sich Dämonen verbergen.

  • Nicht mit Karten oder um Geld spielen, dies bringt unheimliche Begegnungen.

  • Kindern, die in den Raunächten an einem Samstag oder Sonntag geboren werden, sagt man magische Fähigkeiten nach.

  • Verliehenes sollte vor den Raunächten zurückverlangt werden, da man sonst mit Energieverlust und Krankheit rechnen muss.

  • Keine Hülsenfrüchte essen, weil man sich sonst Geschwüre zuzieht.

  • Den Schmutz nicht bei der Türe hinauskehren, da einem sonst das Glück verlässt.

  • Nach Einbruch der Dunkelheit sollte möglichst niemand mehr aus dem sicheren Haus gehen, sonst wird man von der "wilden Jagd" mitgerissen.

  • Wer die zwölf Raunächte nicht hält, zieht sich Kröten, Frösche oder Läuse ins Haus und hat das ganze nächste Jahr über Unglück.

  • Spenden sollen Glück bringen.

  • Linsensuppe am Neujahrstag auslöffeln, damit das Kleingeld im neuen Jahr nie ausgeht.

  • Der Hausvater legt die Fischschuppen des Weihnachtskarpfen unter seinen Teller und muss sie das ganze Jahr in der Geldbörse behalten, damit diese immer prall gefüllt ist.

  • Während der ersten halben Stunde des neuen Jahres, verschließt man die Haustür und lässt nur die Hintertür offen, damit das Glück durch diese hereinkommt.

  • Einen Teller mit Gebäck, ein Glas Milch und ein paar Münzen auf das Fensterbrett, damit man die vorbeiziehenden Geister milde stimmt. 

  • Am 06. Januar sollte alle Weihnachtsdeko verschwunden sein, nur so kann man Altlasten aus dem vergangenen Jahr los werden.

  • Besondere Beachtung sollte man dem ersten Kunden schenken, der in das Geschäft kommt. Ist es eine alte Frau, wird das Jahr finanziell knapp. Ist es eine junge Frau oder ein Kind, werden die Bilanzen gut ausfallen.

  • Schmiert und putzt man während des Heiligabendläuten Türschlösser und Riegel, darf man auf Reichtum hoffen.

  • Schneidet man am Dreikönigstag eine Wünschelrute, so hat diese besondere Qualitäten. Wird sie Caspar genannt, findet sie Gold, heißt sie Balthasar findet sie Silber und benennt man sie nach Melchior, so findet sie Wasser.

  • Wer als unverheiratete Frau sich zu den Raunächten auf einen Kreuzweg begibt, wird dort den zukünftigen Bräutigam sehen. Ansprechen durfte sie ihn jedoch nicht, da das ihren Tod bedeutet hätte.

  • Einen Blick auf den Zukünftigen sollen Frauen auch in der Thomasnacht erhaschen, wenn sie sich verkehrt herum ins Bett legen und zum heiligen Thomas beten. Oder sie legen Zettel unter ihr Kopfkissen, die sie jeden mit einem Namen beschrieben haben. Der Namenszettel, den sie am nächsten Morgen ziehen, wird auf den künftigen Bräutigam hinweisen.

Weissagungen

In den heiligen Nächten wird ALLEM eine Bedeutung zugeschrieben - hierbei kann man sich natürlich an verschiedene Überlieferungen halten - oder seine eigenen Schlüsse ziehen.

Das Wetter spielte eine große Rolle bei unseren Vorfahren, da sie in der Landwirtschaft sehr davon abhängig waren und man danach den Zeitpunkt der Aussaat festsetzte. Doch das Wetter kündigt nicht nur sich selbst an, sondern steht auch für andere Qualitäten. Viel Wind spricht für ein unruhiges Jahr, Nebel kündigt viel Nässe an und steht auch für alte Dinge, die bereinigt werden wollen, die also im Unklaren liegen. Wobei helles und klares Wetter gute, trockene Zeiten ankündigt. Eisblumen, Reif und Schnee auf den Bäumen versprechen ein sehr ertragreiches, fruchtbares Jahr.

Hundegebell ist die Bestätigung für einen Gedanken, der gerade gedacht wurde. Entdeckt man fehlende Knöpfe an einem Kleidungsstück, bedeutet das Geldverlust. Herunterfallende oder zu Bruch gehende Dinge verheißen ebenfalls nichts Gutes > Verlust, Pech oder Unglück im nächsten Jahr. Stirbt eine nahestehende Person, wird es im folgendem Jahr weitere zwölf Sterbefälle im näheren Umkreis geben.

 

 

Raunachtsbuch

Es gibt so viel zu beobachten und damit wir nichts vergessen, sollten wir uns ein "Raunachtbuch" anlegen, also eine Art Tagebuch, in dem wir alles vermerken können, was uns in den einzelnen Raunächten begegnet ist. Notieren wie das Wetter war, wie wir uns gefühlt haben, wie unsere zwischenmenschlichen Beziehungen waren, was wir geträumt haben, wie der Gesundheitszustand war, ob wir unternehmungslustig, fleißig, faul oder träge waren. Zwischen den einzelnen Raunächten immer ein, zwei Seiten auslassen - auf denen können wir uns aufschreiben, was wir für das jeweilige Monat erwarten und was dann tatsächlich geschehen ist.  Es ist auch sehr interessant, jeden Tag ein Orakel sprechen zu lassen, sprich Karten zu legen, oder die Runen zu befragen etc... - auch diese Erkenntnisse sollten wir uns notieren - die Aufzeichnungen begleiten uns das gesamte Jahr über und wir können immer wieder nachlesen, was uns im nächsten Monat erwartet bzw. was im vergangenen Monat an Vorhersagen zutreffend war - aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das sehr interessant und zum Teil echt verblüffend ist :)

 

Orakel

Es gib unzählige Orakel, die wir für einen Blick in die Zukunft verwenden können. Eine Vielzahl an verschiedenen Kartensets, wie Engel-, Meister- oder Tarotkarten können ebenso wie Krafttier- oder Göttinnenkarten verwendet werden. Am besten greift man zu jenem Kartenset, das sympathisch ist und gut in der Hand liegt. Man kann jeden Tag ein anderes Kartenorakel befragen, oder auch immer das Selbe - es geht ja nur darum, etwas über die Energie des jeweiligen Monats zu erfahren. Wie tief man hier eintaucht, bleibt jedem selbst überlassen, allerdings sollte man's nicht übertreiben.

Weiters kann man Runen, Kristallkugeln, Stein-, Ruß- oder auch das Gummibärliorakel befragen oder auch in Teeblättern, im Kaffeesud oder in der Natur lesen, beim Blei- oder Wachsgießen bekommt man ebenfalls interessante Informationen.  Bei der Deutung der Karten kann man sich einerseits an den beiliegenden Büchern orientieren, doch sollte man sich schon seine ganz individuellen Gedanken dazu machen und auch das Bauchhirn dabei nicht außer Acht lassen, denn unsere Intuition liefert uns meist die besten Antworten.

Welches Orakel man auch immer befragt, es sollte doch jedes Mal ein kleines, aber andächtiges Ritual sein, bei dem man sich durch nichts und niemanden stören lässt, sondern ganz bei sich selbst und der Energie der kommenden Zeit ist. Leise Musik, eine leuchtende Kerze und viel Ruhe sind die besten Begleiter beim Weissagen - selbst wenn wir uns mit dem Gummibärliorakel auseinandersetzen. (www.gummibaerchen-orakel.ch)

 

Räuchern

Dem Räuchern sollte man in den Raunächten besonders viel Zeit schenken. Traditionell räuchert man zur Wintersonnenwende (21.12.), am 28. Dezember, zu Silvester und am 5. Jänner. Es spricht allerdings nichts dagegen in jeder heiligen Nacht zu räuchern - als Unterstützung beim Orakeln oder Meditieren, aber auch als Orakel selbst - denn im Rauch können wir ebenfalls lesen.

Unsere Vorfahren räucherten Heilkräuter und Hölzer, als "Weihrauch" verwendete man Harze von heimischen Bäumen. Heutzutage kann man aus einer großen Vielfalt seine Lieblingsräucherstoffe wählen, noch schöner wäre es natürlich, wenn man im Sommer Kräuter angepflanzt, sie zu Vollmond geerntet und dann getrocknet hat - ist aber keinesfalls notwendig, trotzdem eine schöne Geste. Bei der Auswahl des Räucherwerks sollten wir auf unser Herz hören und nur die Stoffe verwenden, die wir gern haben, denn wenn uns der Geruch so gar nicht unter die Nase geht, macht's auch keinen Spaß. Räuchern sollte nicht nur seinen Zweck erfüllen, sondern auch Vergnügen bereiten - da wir aktiv etwas für unsere Räume und unser Wohlbefinden tun.  Gerade in den letzten Tagen des Jahres möchte man schlechte Energien vertreiben, damit Platz für das Neue geschaffen wird und Glück, Liebe, Gesundheit, Segen und Reichtum bei uns einziehen. Durch das Räuchern reinigen wir uns und unsere Räume energetisch, damit sich kraftvolle, schützende, sowie heilbringende Energie ausbreiten kann. Tagsüber sollte schützend und reinigend geräuchert werden, abends kann uns der Rauch zeigen, was die Zukunft für uns bereit hält.

 

Räucherwerk

 

  • Reinigend wirken Salbei, Kampfer, Wacholder, Thymian, Drachenblut, Myrte und Myrrhe.

  • Weihrauch Aden fördert geistige Visionen, verstärkt Energien und schenkt Reinheit, sowie Ruhe. 

  • Patchouli öffnet die Tore zum Unterbewusstsein, schenkt uns Klarheit, sowie Mut, Entschlossenheit und Kraft.

  • Lavendel hilft beim Transformieren und schenkt uns zudem Entspannung, Ruhe und Ausgleich.

  • Melisse schenkt Gelassenheit, Ruhe, Frische, harmonisiert die Stimmung und stabilisiert Gefühle.

  • Rosmarin unterstützt uns beim Loslassen, außerdem weckt er unseren Lebenswillen, stärkt das Selbstbewusstsein, steigert den Antrieb, belebt und regt an.

  • Styrax "Seelenbalsam" öffnet uns für die Liebe, harmonisiert Geist und Seele, löst Spannungen und vertreibt negative Gedanken.

  • Die Tonkabohne gilt als Glücksbringer, hilft beim Seele baumeln lassen, zieht Liebe an und wehrt Krankheiten ab. (Vor dem Räuchern zerreiben oder im Mörser zerstoßen!)

  • Benzoe Siam schenkt Wärme, Geborgenheit, Schutz, Gelassenheit, spendet Trost, besänftigt und harmonisiert zwischenmenschliche Beziehungen.

  • Rosenweihrauch gilt als Symbol der Liebe und Leidenschaft, besänftigt unseren Geist, öffnet Seele und Herz,  schenkt Geduld, Offenheit, Schönheit, Eigenliebe, Einfühlungsvermögen und Güte.

 

Die Raunächte sind ebenso spannend, wie besinnlich, sie begleiten uns am Jahresende ins neue Jahr und schenken uns ein bisschen Pause, eignen sich sehr gut um nach Innen zu gehen, zu reflektieren und sich über seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse klar zu werden. Wir können die Zeit außerhalb der Zeit hervorragend dafür nützen, um uns von Altlasten zu befreien, innere Einkehr zu halten, unseren inneren Funken, unser Licht wieder zu entdecken, damit wir erkennen, was wir wirklich wollen.

 

Carpe noctem - Nütze die Nacht!

Text: Sabine Miksu
 

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