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Ersterscheinung: Dezember 2013

Keltische Jahresfeste

Viele unserer traditionellen Fest- und Feiertage finden ihren Ursprung in der keltischen/nordischen Mythologie – die meisten Feste wurden von der katholischen Kirche so angepasst, dass sie nicht mehr als heidnische Rituale galten und auch weiterhin gefeiert werden durften. All diese Feiertage sind wichtige Punkte im Jahresverlauf und sollten von uns auch bewusst begangen werden – zumindest mit einem kleinen Ritual oder einer Andacht.
 

JUL - Wintersonnenwende - Thomasnacht (21. Dezember)
[Fest der Wiederkehr des Lichts, Hoffnung, Überwindung des Todes, Wiedergeburt]

Für die Kelten waren die Sonnwendfeste ganz besondere Feiertage, sie markierten den Beginn einer neuen Jahreszeit und dauerten meist über mehrere Tage. Für unsere Vorfahren war die Wintersonnenwende der Beginn der so genannten Raunächte, die sie auch als heilige Nächte bezeichneten. Heutzutage hat sich unser Julfest auf den 24. Dezember verschoben, wo wir durch die Geburt Jesu symbolisch die Geburt des neuen Lebens, des Lichts feiern.

 

 

Um den 21. Dezember feiern wir die Wintersonnenwende, auch Julfest genannt, die Sonne passiert den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn und beschert uns die längste Nacht mit dem kürzesten Tag - der Winter beginnt. Es ist allerdings auch der Beginn eines neuen Zyklus, denn das Licht wird ab jetzt wiederkehren und alles wieder aufwecken. Die Dunkelheit ist gebannt, das Feuerelement gewinnt ab nun wieder Kraft, die Tage werden länger und somit wird der Tod in der Natur überwunden und neues Leben kann erwachen. Durch die zunehmende Sonneneinstrahlung wird den Menschen nun wieder Hoffnung geschenkt - das Ende der Dunkelheit wird gefeiert. Die Wintersonnenwende ist die Zeit des Wandels, der Umkehr - die folgenden 12 Raunächte werden auch die Zeit zwischen der Zeit bezeichnet, sie sind wie ein kleiner Stillstand bevor sich die Energie wieder ändert und in Richtung Licht, Wachstum und Geburt strebt.

 

Da das Julfest zu den Sonnenfesten gehört, wird an manchen Orten traditionell ein Sonnwendfeuer entzündet, zur Wintersonnenwende symbolisiert das Feuer auch die große Sehnsucht nach dem Licht und seinen Kräften. Gerade diese Nacht ist besonders geeignet um sich von alten Sachen zu trennen, man kann alte Dinge ins Feuer werfen oder beschriebene Blätter verbrennen. Wir sollten uns vom Alten trennen, damit es uns nicht im Weg steht und wir Platz für Neues schaffen können.

 

Zur Wintersonnenwende kann man verschiedene Rituale durchführen, wir feiern das wiederkehrende Licht, die Fruchtbarkeit, gedenken aber auch der Ahnen. Das Fest gab unseren Vorfahren Kraft, Mut und Hoffnung, dass man die dunklen Tage gesund übersteht und die Natur bald wieder zu neuem Leben erwacht. Viele nutzten gerade das Julfest für Weissagungen und Rituale um die Zukunft in gute, neue Bahnen zu lenken. Der Tag der Wintersonnenwende ist daher bestens für Orakel geeignet, um einen Blick ins nächste Jahr zu erhaschen. Traditionell wurde in dieser Nacht (mancherorts die erste Raunacht "Thomasnacht") auch schon reinigend geräuchert. (siehe auch Raumreinigung).

 

Wir sollten ein bisschen Innehalten, das alte Jahr abschließen, uns über unsere Herzenswünsche klar werden, blockierende Muster loswerden, damit wir befreit ins neue Jahr eintreten.

 

Ein kleines Ritual hilft dabei:

Man sollte diese Nacht sehr bewusst verbringen, tagsüber vielleicht schon vorbereitend mit einem guten Duft räuchern, den Tieren und der Natur ein paar Samen und Nüsse geben. Nach Möglichkeit gegen Mitternacht eine oder auch mehrere Kerzen anzünden – man kann auch 12 Kerzen anzünden – für jedes kommende Monat eine. Nun gedenkt man seiner Ahnen und lässt das vergangene Jahr gedanklich Revue passieren, bedankt sich für alles und lässt Belastendes los. Nachdem man das Alte gehen hat lassen, bereitet man sich auf das Kommende vor. Man kann z.B. eine Jahreskarte ziehen, das Jahresthema anschauen und sich auf die zukünftige Energie freuen, viel Licht voraus schicken und eventuell als symbolische Startenergie einen Samen in die Erde setzen, damit alles wachsen kann, was wir uns vornehmen. Wenn möglich, sollte eine der Kerzen die ganze Nacht lang leuchten, damit wir die Wiederkehr des Lichts unterstützen, guten Geistern den Weg zu uns zeigen und negative Energien weg bleiben.

 

Ich wünsche eine lichtvolle Zeit und angenehme Raunächte!

Text: Sabine Miksu

 

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