LICHTBOTE :: INFO
Ersterscheinung: November 2014


ADVENT
Vorbereitung und Einstimmung auf die Raunächte

Die Raunächte beginnen zwar erst in der Nacht auf den 25. Dezember, doch auch die Adventzeit können wir bereits gut für uns nützen. Es ist eine Vorbereitung auf die Wiedergeburt des Lichtes. Denn der Name Advent kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Ankunft" - die Ankunft des Herrn, sprich die Geburt Christi. Leider ist die Adventzeit meist geprägt von vorweihnachtlichem Einkaufsstress, doch zumindest den vier Adventsonntagen sollte man besondere Beachtung schenken.

In diesen Tagen können wir uns intensiv auf die kommenden Raunächte einstimmen und vorbereiten. Wir setzen sozusagen einen Reinigungs- und Loslassprozess in Gang, damit wir das alte Jahr hinter uns lassen und befreit ins neue eintreten können. Natürlich muss man nicht unbedingt auf biegen und brechen etwas loslassen, wenn's nichts zum Loslassen gibt, doch meist findet sich doch irgendein Thema oder Muster, das uns am persönlichen Weiterkommen hindert - und warum sollten wir daran festhalten...


Wir beginnen am ersten Adventsonntag, er startet den Prozess und wir können uns überlegen, ob uns etwas an unserem Leben stört und was wir verändern wollen. Es gilt herauszufinden, was uns daran hindert Glück, Liebe, Erfolg, Zufriedenheit, Gesundheit und Segen in unser Leben zu lassen.

Um zu erkennen, was genau uns von einem wundervollen, gesegneten, glücklichen Leben abhält, geht man am besten in sich, notiert alles was gerade nicht rund läuft und versucht ehrlich hinzuschauen, um falsche Glaubenssätze, veraltete Muster und Blockaden zu entdecken. Wer so gar nicht von selbst dahinter kommt, wo es krankt, weil es sich wahrscheinlich um einen riesigen blinden Fleck handelt, der zieht entweder eine neutrale Person hinzu oder versucht's mit anderen Helferleins Antworten zu finden, wie zB. einem Kartendeck. Doch meist genügt es in die Stille zu gehen und einfach abzuwarten was kommt.

An diesem ersten Advent sollten wir uns nicht stressen und glauben, dass wir jetzt sofort alles und jeden loslassen können - nein - wir haben Zeit, für den ersten Tag reicht die Erkenntnis und der Wille, sowie die Bereitschaft etwas zu ändern. Wichtig ist sich zu fragen, in welcher Energie man die nächsten Wochen verbringen möchte. Wählen wir also ganz bewusst, wie wir die Adventzeit gestalten: stressfrei, friedvoll, still, meditativ und voller Vorfreude auf Weihnachten.

Besonders schön wäre es, wenn wir jeden Tag die Zeit für eine kleine meditative Übung finden und uns dabei immer klarer darüber werden, wie unser Leben ausschauen soll. Je mehr wir die Energie auf das Positive lenken, umso schneller wird sich diese Kraft auch in der Realität manifestieren.

Meist nehmen wir uns die Zeit nicht, um täglich diese Übungen zu machen, doch an den Adventsonntagen sollten wir uns in einer kleinen Meditation immer wieder an die gewünschte Energie erinnern, dadurch kommen wir unseren Wünschen und auch uns selbst näher. Jeder der vier Sonntage hat eine bestimmte Bedeutung und Wirksamkeit, der erste bringt den Prozess in Gang, der zweite lässt uns die Themen emotional verarbeiten, am dritten sind wir schon bereit etwas zu verändern und am vierten ist der Prozess abgeschlossen.

 

Die Bedeutung der 4 Adventsonntage:

  • Der 1. Adventsonntag ("Hoffnung") bringt uns die Qualität der Zahl Eins mit - es geht darum etwas Neues zu beginnen, den Prozess zu starten, in sich zu gehen, die Einheit zu spüren - neue Ideen zuzulassen (Element Luft), mit sich selbst ins Reine kommen.  

  • Der 2. Adventsonntag ("Freundschaft") schwingt in der Energie der Zahl Zwei - wir öffnen uns für das "Du", für unsere Mitmenschen, spüren die Polarität und kommen in Kontakt mit unseren männlichen und weiblichen Aspekten - Wir gehen aus der Isolation in die Zweiheit, die Idee des ersten Advents wird nun konkreter und wird emotional verarbeitet. (Element Wasser) 

  • Der 3. Adventsonntag ("Liebe") zeigt uns die Eigenschaften der Drei - wir gehen von der Zweiheit in die Dreiheit, das WIR entsteht, wir verbinden unseren Geist mit unseren Emotionen, wobei eine Art Einweihung entsteht und beginnen aktiv zu handeln (Element Feuer), versuchen unsere Ideen nun zu Verwirklichen.

  • Der 4. Adventsonntag ("Frieden") schwingt in der Qualität der Vier - die Vier steht für die Ordnung, die Erde, das Materielle - "es ist vollbracht", "es darf sein", unsere Ideen sind nun auf der Erde angekommen und verwirklicht. (Element Erde)

Nützen wir die Zeit der Stille, für licht- und liebevolle Gedanken, ganz ohne vorweihnachtliche Hektik oder Einkaufsstress, kehren wir wieder zu den Ursprüngen zurück und besinnen uns auf das Wesentliche und den eigentlichen Gedanken von Weihnachten - lasst uns ganz bewusst die Adventkerzen entzünden und freuen wir uns auf die Wiedergeburt des Lichts!  

Text: Sabine Miksu

 

Wissenswertes zum Adventkranz:  Der Adventskranz wurde von Johann Hinrich Wichern (1808–1881) eingeführt. Der Hamburger evangelisch-lutherische Theologe und Erzieher nahm sich einiger Kinder an, die in großer Armut lebten. Er zog mit ihnen in das Rauhe Haus, ein altes Bauernhaus, und betreute sie dort. Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 19 kleinen roten und 4 großen weißen Kerzen. Jeden Tag der Adventszeit wurde nun eine weitere kleine Kerze angezündet, an den Adventssonntagen eine große Kerze mehr, sodass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. Aus dieser Idee entwickelte sich der Adventskranz mit vier Kerzen, wobei an jedem Adventssonntag eine mehr angezündet wird. Seit 1860 wird der Kranz mit Tannengrün geschmückt, seit Anfang des 20. Jahrhunderts gehört er zum deutschen Adventsbrauchtum. In Österreich und Süddeutschland (Bayern) wurde der Brauch erst nach 1930 übernommen.

Es gibt verschiedene Deutungen der Symbolik des Adventskranzes. Die ursprüngliche Symbolik ist die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung auf die Geburt von Jesus Christus hin, der im christlichen Glauben als "Licht der Welt" bezeichnet wird. Hinzu sind verschiedene Deutungen getreten, die sich auf die Kreisform, die Symbolik des Kranzes, das Tannengrün im Winter sowie die verwendeten Farben der Kerzen oder auch der Schleifen beziehen. So wird er gern auf den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen gedeutet. Der Kreis symbolisiert auch die mit der Auferstehung gegebene Ewigkeit des Lebens, das Grün das Leben an sich und die Kerzen das kommende Licht, das in der Weihnachtsnacht die Welt erleuchtet.
Früher war es in katholischen Gegenden üblich, drei violette und eine rosa gefärbte Kerze, die am 3. Adventsonntag, dem so genannten Freudensonntag (Gaudete - Gaudete in Domino semper = Freut euch im Herrn allezeit) entzündet wurde, zu benutzen. Die Farbsymbolik richtet sich nach den liturgischen Farben für die Paramente: Den Advent prägt das Violett; am 3. Adventsonntag kann der Priester alternativ auch rosa (= verdünntes Violett) Messgewänder tragen.

 

 


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